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Strahl-Anlagentechnik
Druckluft-Strahlanlagen

 
Druckluft-Strahlanlagen

Man unterscheidet zunächst zwischen Injektor- und Druckstrahlanlagen.

Die Injektorvariante stellt für gelegentliche Strahlarbeiten, z.B. im Werkstattbereich eine kostengünstige Möglichkeit dar, Werkstücke zu entrosten, zu entlacken oder zu finishen. Üblicherweise findet man Injektorstrahlanlagen nur in Form von Strahlkabinen mit dazugehöriger Filteranlage. Metallische Strahlmittel können hier nur sehr bedingt verwendet werden. Der Grund dafür ist, dass das  Strahlmittel aus dem Vorratsbunker per Schlauch zur Strahlpistole (in welcher durch die Anordnung von Luft- und Strahldüse ein Unterdruck entsteht) angesaugt wird. Wurde das Strahlmittel bis in den Strahlpistolenkörper gesogen, passiert es die Luftdüse und wird auf einer Strecke von nur wenigen Zentimetern durch die eigentliche Strahldüse auf das zu bearbeitende Werkstück geschleudert. Durch die geringe Beschleunigungsstrecke sind die Strahlmittelgeschwindigkeiten relativ gering und die Leistungsfähigkeit beschränkt - was aber für gewisse Anwendungen ein durchaus gewünschter Vorteil sein kann, wenn z. B. empfindliche Oberflächen lediglich satiniert werden sollen. Das Portfolio reicht von der einfachst ausgestatteten Handstrahlkabine bis hin zur NC-gesteuerten und voll im produktionsprozess integrierten Spezialanlage für komplizerteste Strahlaufgaben.

Das Druckstrahlverfahren darf als ein sehr vielseitiges und zudem extrem leistungsfähiges Verfahren betrachtet werden, um nahezu jede Oberfläche mit generell jedem Strahlmittel zu bearbeiten. Es bietet nicht die hohe Flächenleistung einer Schleuderradanlage, erzeugt aber bei Bedarf weitaus höhere Strahlmittelgeschwindigkeiten und ist daher extrem leistungsfähig. Druckstrahlanlagen sind sowohl als Strahlkabinen erhältlich, aber in sog. Freistrahlräumen können auch sehr große Werkstücke bearbeitet werden. Das Strahlmittel wird gemeinsam mit Druckluft in einem Strahlkessel unter Druck gesetzt und über ein Strahlmitteldosierventil kontrolliert über den Strahlschlauch und (die zumeist von Hand geführte) Strahldüse auf das Werkstück geschleudert. Vom Verlassen des Druckkessels an wird das Strahlmittel durch die schnellere Druckluft stetig beschleunigt, so dass einerseits sehr hohe Strahlmittelgeschwindikeiten erreicht werden, andererseits die Länge des Strahlmittelschlauchs im Grunde genommen keinen Limits unterliegt, so dass zwischen Druckkessel und Strahldüse Abstände von 30 mtr. problemlos überbrückbar sind.